Der Deutsche Beatbox-Meister Chezame

Chezame – Der Deutsche Beatbox-Meister im Interview

Der Berliner Chezame ist amtierender Deutscher Beatbox-Meister in der Solo-, Tag Team und Crew-Kategorie. Im Interview erzählt er, wie er zum Beatboxen gekommen ist, von seiner Vorbereitung auf die Meisterschaft und seinen zukünftigen Beatbox-Plänen.

 

Chezame, wie bist du zum Beatboxen gekommen?

Das muss so 2007 gewesen sein und hat eigentlich mit YouTube gestartet. Damals gab es so 30 Beatbox-Videos und man kannte sie alle. Die habe ich mir den ganzen Tag angeguckt und dann habe ich Bodizzle bei TvTotal gesehen. Er hat halt von der Beatbox-Schule.de erzählt und da habe ich dann auch angefangen, richtig Beatboxen zu lernen.

 

Hast du dann mit Tutorials gelernt oder dir das alles selbst beigebracht?

Die Grundtöne konnte man schon über die Beatbox-Schule und Tutorials lernen. Aber damals gab es noch nicht so viel. Es gab die Basics und dann noch drei Snares dazu und mehr halt nicht. Und dann hat man halt angefangen, sich alles selbst beizubringen. Ich habe mir zum Beispiel Sounds von Leuten von der Weltmeisterschaft immer wieder angehört und so lange probiert, bis ich entweder den Ton raus hatte oder wenigstens einen, der so ähnlich klang [lacht].

 

Wie ging es dann bei dir mit dem Battlen los?

Online waren halt immer Battles, aber das erste Mal so richtig auf der Bühne war 2009 oder 2010 auf einer Beatbox Convention in Berlin, die Bee Low organisiert hat. Damals habe ich gegen Erni gebattlet und Loud aus Mexiko. Das war alles kurz nach der Weltmeisterschaft 2009.

 

Und irgendwann kamen ja dann die Berliner- und Deutschen Meisterschaften dazu…

Ja! Das erste Mal bei den Deutschen war ich 2011. 2012 war ich dann bei den Berliner Meisterschaften und hatte mich da auch für die Deutschen qualifiziert. Aber dann bin ich für ein Jahr nach Neuseeland gegangen und konnte deshalb nicht teilnehmen. 2014 war ich wieder bei den Deutschen dabei und bin im Halbfinale gegen Robeat rausgeflogen…

 

Aber dieses Mal hat es ja geklappt! Wie hast du dich auf deine gewonnene Meisterschaft in 2017 vorbereitet?

[lacht] Ehrlichgesagt fast gar nicht. Ich war ja mit Gappo und EBM Organisator der Meisterschaft  und wir haben das voll unterschätzt. So ein Event Organisieren für 300 Leute und 50 Teilnehmer, das war echt ein Heidenaufwand. Und die letzten zwei Wochen, wo man sich eigentlich intensiv vorbereitet, haben wir nur Organisation gemacht. Damals habe ich aber noch in Potsdam gewohnt und da hatte ich so einen Proberaum in der Uni, wo ich immer nachts reingehen konnte. Da bin ich einfach nochmal jeden Abend so um elf bis zwölf Uhr reingegangen und habe gefreestylet. Ich habe gedacht: Wenn ich zur Deutschen Meisterschaft gehe, könnte ich zwar mega krass die Beats vorbereiten. Aber ich bin eher jemand, der gerne im Battle reagiert und guckt, was der Gegner macht und darauf antwortet. Deswegen habe ich einfach nur viel gefreestylet und rumprobiert, anstatt mich wirklich vorzubereiten.

 

Und mit Gappo war ja noch Tag-Team und dann noch mit Thunderbeats die Team-Performance…

Für das Team-Ding haben wir uns einmal für die Wildcard getroffen. Lino und Kevin O‘ Neal kommen ja aus Westdeutschland. Und dann sind wir am Tag der deutschen Meisterschaft selbst alles nochmal durchgegangen. Und Loopstation habe ich dann immer noch so zwischendurch was zusammengebastelt. Also es war echt ein großes Durcheinander [lacht]. Ja, aber irgendwie war es auch gut, weil ich so gefordert war mit allem, das war dann auch egal. Ich war dann wirklich auf der Bühne und dachte, wenn ich jetzt rausfliege, dann habe ich wenigstens ein bisschen weniger zu tun [lacht]. So bin ich an die ganze Sache rangegangen.

 

Hattest du aber vorher schon das konkrete Ziel, Deutscher Meister zu werden, speziell in der Solo-Kategorie?

Ja, doch. Ein Ziel war es natürlich. Aber ich wusste, dass es auf jeden Fall mega hart wird. Das war dann so: Okay, Elimination lief gut, dann war das erste Battle. Das lief dann so step by step und auf einmal war ich gegen Gappo im Finale. Und dann dachte ich: Oh okay, jetzt kann ich wirklich Deutscher Meister werden…Nice!

 

Was hat dir jetzt deiner Meinung nach besonders zum Sieg verholfen?

Was mir glaube ich viel geholfen hat, war, dass ich beim Beatbox Camp war. Da waren ja relativ wenig Deutsche Beatboxer. Von denen die mitgemacht haben, eigentlich nur Marvelin und ich. Und da konnte ich dann schon viele Kleinigkeiten für das Battle mitnehmen, die andere dann vielleicht nicht hatten. Ich wäre außerdem auch nicht deutscher Meister geworden, hätte ich nicht vorher immer Wochen- und Monatelang mit Gappo gebeatboxt. Ich konnte quasi die Stärken, die Gappo hatte mit meinen eigenen Stärken verbinden.

 

Was hat sich für dich nach der Deutschen Meisterschaft ergeben?

Also so krass viel hat sich eigentlich nicht verändert. Bei Auftritten ist es halt immer besser, Deutscher Meister zu sein. Man kriegt schon mehr Auftritte und hat eine bessere Verhandlungsposition, was die Gage und so angeht. Ja, das schon, aber sonst hat sich jetzt nicht so viel verändert bei mir.

 

Aber Battles International hat sich ja schon ein bisschen was getan, oder?

Klar, dadurch wurde ich jetzt zu größeren Events eingeladen. Ich war ja zum Beispiel beim La Cup in Frankreich. Da wäre ich natürlich nicht hingekommen, wenn ich nicht Deutscher Meister wäre. Und jetzt kommen das Florida Beatbox Battle und die Vocal Masters in München. Da sind dann zum Beispiel auch Wing, Collaps und Fredy Beats, also so richtig krasse Leute. Das wird eine coole Nummer.

 

Welche Pläne hast du beatboxmäßig sonst noch?

Ich launche bald eine Website, auf der man beatboxen lernen kann. Dafür sind so 40 Videos mit jeweils 20 bis 30 Minuten recordet worden und da erkläre ich alles, was ich über das Beatboxen weiß und gelernt habe. Das muss ich jetzt nur noch alles einmal durchgucken, schneiden und dann die Internetseite  bauen. Und klar, dann steht noch die Weltmeisterschaft an. Mein größtes Ziel ist es, auch in der Loop Station Kategorie mitzumachen. Das ist meine Lieblingskategorie und da sehe ich für mich auch größere Chancen als bei Solo. Aber dafür muss ich natürlich noch die Wildcard gewinnen [lacht].

 

Zum Schluss: Welchen Tipp kannst du Leuten geben, die auch davon träumen, richtig gut Beatboxen zu können?

Geht auf jeden Fall zu jedem möglichen Beatbox-Event, was es gibt! Es ist egal, ob es jetzt eine kleine Jam ist oder ein internationales Event. Hauptsache ihr trefft andere Beatboxer und tauscht euch aus. Ich wäre ohne Gappo wiegesagt auch nie Deutscher Meister geworden. Und wenn du zum Beispiel beim Grand Beatbox Battle bist und die Creme de la Creme auftreten siehst, da lernt man nochmal ganz anders. Und wenn du da vor Ort bist, kannst du die Leute auch fragen, wie sie dies oder das gemacht haben. Also: Einfach in die Szene reingehen und so viel lernen, wie man kann.

 

Vielen Dank!

 

Mehr Infos über Chezame

Wenn du mehr über Chezame erfahren willst, schau auf seinen Social Media-Kanälen vorbei:

Facebook: https://www.facebook.com/ChezameBeatbox/

Instagram: https://www.instagram.com/chezame_beatbox/

YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCAQiw3lW0k1haXD1-kuo6qQ

 

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